Mental Health in Remote Teams: So geht’s richtig

“Be kind, for everyone you meet is fighting a battle you know nothing about.”

 – Wendy Messe

Remote Work fordert die psychischen Gesundheit zusätzlich heraus

In Teil I unserer Reihe Remote Best Practices haben wir erwähnt, dass distribuierte Teams weniger Gelegenheiten für persönliche oder professionelle Gespräche haben. Einerseits kann dies die Kommunikation, den Zusammenhalt und die Produktivität des Teams beeinträchtigen. Andererseits kann die Distanz auch verhindern, dass man mitbekommt ob ein Teammitglied gerade mental nicht ganz fit ist.

Es ist leichter Online so zu tun als wäre man optimistisch, produktiv und engagiert an einem Projekt dabei, während man in Wirklichkeit Schwierigkeiten hat, damit umzugehen. Für die anderen fehlen wichtige nonverbale Hinweise wenn ein Großteil unserer Arbeitsplatzkommunikation über einen Bildschirm oder sogar asynchron erfolgt.

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Für die 2.500 befragten Remote Workers in Buffer’s aktuellem Bericht The State of Remote Work, belegt die Schwierigkeit nach der Arbeit abzuschalten Platz 1 der Stressfaktoren. Einsamkeit belegte den zweiten, und Schwierigkeiten bei der  Zusammenarbeit und Kommunikation den dritten Platz.

Amir Salihefendic, CEO von Doist, erklärt in dem Bericht, wie „wir anerkennen müssen, dass Isolation, Angst und Depressionen erhebliche Probleme sind, wenn wir Remote arbeiten, und wir müssen Wege und Systeme finden, um diese komplexen Probleme zu lösen“.

Ich bin nicht nur ein “Remote Worker”, sondern auch Gründerin eines Unternehmens. Gründer sind zusätzlich gefährdet, an psychischen Problemen zu leiden. Ich kenne das Gefühl des Selbstzweifels, dass mich fragen lässt ob ich auf dem richtigen Weg bin. Zusätzlich ist der Umgang mit Ablehnung das tägliche Geschäft eines Gründers. Nach der Arbeit abzuschalten ist noch schwieriger, wenn man die Verantwortung für die Zukunft eines Unternehmens auf den eigenen Schultern spürt.

Die Lösungen sind so vielfältig wie die Herausforderungen.

Wir haben mit Hayley Lewis gesprochen, einer in London ansässigen geprüften Arbeitspsychologin und Gründerin von HALO Psychology. Sie hat einige der Auswirkungen von psychischer Gesundheit und Stress am Arbeitsplatz aus erster Hand gesehen. Hayley hilft Managern, wie sie mit den Herausforderungen der psychischen Gesundheit ihres Teams umgehen können. Darüber hinaus ist sie selbst Managerin und unterstützt Mitarbeiter bei psychischen Problemen wie Depressionen.

Wie Amir im Bericht von Buffer feststellt, handelt es sich bei Mental Health Issues um komplexe Probleme für die es keine Einheitslösung gibt. „Wenn wir über psychische Gesundheit sprechen, besonders wenn die Massenmedien sie diskutiert, wird sie fast in einem homogenen Klumpen behandelt. Gute psychische Gesundheit auf der einen Seite und schlechte psychische Gesundheit auf der anderen. Dabei ist Mental Health so viel nuancierter“, sagt Hayley.

Selbst in ihrem Ursprung könnten psychische Gesundheitsprobleme zum Beispiel “einfach” durch arbeitsplatzbezogenen Stress verursacht werden. Andererseits können tiefgreifende Ursachen, auf der Basis der chemischen oder genetischen Zusammensetzung des Gehirns, der Grund sein. Laut Hayley: „Es gibt dieses ganze Spektrum der psychischen Gesundheit, und wir müssen über alle Facetten sprechen.“

5 Effektive Wege um Mental Health proaktiv anzugehen

Dank der Komplexität gibt es keine schnelle Lösung, oder Blaupause, für Mental Health am Arbeitsplatz. Aber die gute Nachricht ist, dass es effektive und einfache Wege gibt, um in Remote Teams proaktiver mit psychische Gesundheit umzugehen.

Acework hat zusätzlich mit Mitgliedern von zwei FROGs (vollständig entfernte Organisationen) gesprochen. Andrew Gobran ist verantwortlich für People Operations bei Doist, einem FROG, der Produktivitätssoftware entwickelt. Marcus Wermuth ist Mobile Lead bei Buffer, einer intuitiven Social Media Management Plattform. Hayley, Andrew und Marcus haben uns ihre besten Praktiken für Mental Health am Arbeitsplatz verraten.

1. Es braucht mehr als nur eine Corporate Mental Health Policy

Viele Unternehmen haben Richtlinien oder Policies für psychische Gesundheit eingeführt. Leider stellen diese oft nicht die Nuancen der psychischen Gesundheit dar und sind demnach nicht wirklich effektiv. „Es ist, als würde man die körperliche Gesundheit betrachten und jemanden, der einen Arm verloren hat, mit einer Chemotherapie behandeln“, sagt Hayley.

Obwohl eine gut durchdachte Policy ein Anfang ist, fällt es Managern oft leicht sich  übermäßig auf sie zu verlassen. Im schlimmsten Fall verleiten spezielle Richtlinien Manager dazu faul oder sogar ängstlich zu werden. „Sie haben Angst davor, das Falsche zu sagen oder etwas zu sagen, das man vielleicht falsch verstehen könnte“, sagt Hayley. Hier sind einige hilfreiche und mitfühlende Fragen, die Manager verwenden können, um mehr über das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu erfahren.

Hayley empfiehlt, dass Manager ihrem Urteilsvermögen und ihren Instinkten vertrauen. Das heißt, am Besten lässt man den Inhalt der juristischen Politik fallen und ist mutig genug, ein echtes Gespräch von Mensch zu Mensch zu führen. Mehr dazu schreibt Hayley in ihrem, auf Forschung basierenden Beitrag über den Zusammenhang zwischen Führung, psychischer Gesundheit und Arbeitsleistung.

2. Schafft einen sicheren Raum für offene Gespräche und Lernen

Für Doist ist psychische Gesundheit ein heißes Thema, weil ihre Teammitglieder offen darüber sprechen und ihre Erfahrungen austauschen. Um das Gespräch am Laufen zu halten und das Stigma um Mental Health zu reduzieren, hat das Team eine Initiative zur psychischen Gesundheit gestartet. Unter anderem bereiten sie einen „Mental Health Monthly“ vor, um ein bestimmtes Thema wie Stress, Burnout oder Imposter-Syndrom zu diskutieren.

“Der Umgang mit Mental Health in Unternehmen ist kompliziert, weil es keinen „one-size-fits-all“-Ansatz gibt. Bevor wir überhaupt darüber nachdenken können, wie wir uns mit Fragen der psychischen Gesundheit befassen, müssen wir erkennen, dass sie existieren und uns alle betreffen. Dafür haben wir einen sicheren Raum für unsere Teammitglieder geschaffen, in dem sie lernen, Erfahrungen austauschen und diskutieren können“, sagt Andrew.

Erfahren Sie mehr darüber, was Doist unternimmt, um Isolation, Angst und Depression am Arbeitsplatz zu bekämpfen.

3. Mit gutem Beispiel vorangehen

Als Deloitte UK die Kampagne „This is Me“ startete, wollten sie das Stigma der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz durchbrechen. Sechs Senior Managers traten vor und haben über ihre eigenen Mental Health Probleme gesprochen.

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Diese Videos erreichten über 420.000 Menschen in ganz Großbritannien. „Letztendlich, ob es uns gefällt oder nicht, nehmen wir uns die Menschen  an der Spitze der Organisation als Vorbilder. Wenn diese mutig genug sind sich öffentlich und authentisch zum Thema zu äußern, kommen wir vorwärts“, sagt Hayley.

Doch man braucht kein riesiges Konzernbudget oder ein landesweites Publikum, um als Vorbild in Sachen Mental Health zu gelten.

Bei Buffer teilt Marcus seinem Team, wie er sich um seine psychische Gesundheit kümmert, unter anderem dass er regelmäßig zum Psychologen geht. Indem er offen und transparent mit dem Thema umgeht, haben sich auch einige seiner Kollegen geöffnet, und erzählt, dass sie auch die Hilfe eines Therapeuten wahrnehmen.

„Wir betrachten Therapietermine wie jeden anderen Gesundheitstermin. Führungskräfte und Manager sind mit ihren Teams offen und bieten eine offene und komfortable Umgebung, die das Stigma reduziert“, sagt Marcus.

Alle Mitarbeiter von Buffer haben auch Zugang zu Joyable, einem digitalen Online-Therapie Tool, das bewährte Lösungen für Depressionen, Angstzustände oder Stress bietet.

4. Ehrliches Mitgefühl zeigen

Als Menschen wollen wir alle gesehen und gehört werden.

Um auf die Vorbildfunktion zurückzukommen, sollten Manager und Führungskräfte ihr eigenes Mitgefühl zu nutzen ihren Teammitgliedern zu begegnen. Dies ist eine bewährte Methode, um denen zu helfen, die mit Herausforderungen der psychischen Gesundheit zu kämpfen haben.

„So viele Manager dämpfen ihr Mitgefühl, um am Arbeitsplatz formaler zu sein. Aber wer sind sie zu Hause? Diese großartige Mutter, dieser großartige Vater, dieser großartige Freund, diese Seiten der Persönlichkeit kann man auch an den Arbeitsplatz bringen“, sagt Hayley.

Das nächste Mal wenn man bemerkt, dass jemand im Team zu kämpfen hat, startet man am besten Gespräch von Mensch zu Mensch mit einfachen Sätzen wie:

●      Hey, ich sehe dich.
●      Ich habe bemerkt.
●      Mich kümmert es, wie es dir geht.

5. Einen “Unsick Day” nehmen

Neben regulären Krankmeldungen und einer flexiblen Urlaubspolitik ist Buffer zusätzlich Gründungsmitglied des Programms Unsick Day. Jeder Mitarbeiter wird ermutigt, mindestens einmal im Jahr frei für präventive Behandlungen freizunehmen. Dazu gehören (Psycho-)Therapien, Zahnreinigungen, Augenuntersuchungen oder andere Behandlungen, die sich einfach gut anfühlen.

Lasst uns weiter reden.

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Psychische Gesundheit ist ein komplexes und nuanciertes Thema. Die Chance, Lösungen für Isolation, Burnout, Angst und Depression zu finden, wird aber umso größer, je mehr Gespräche wir in der Remote Community darüber führen.

Persönlich setze ich mich weiterhin intensiv mit meiner mentalen Gesundheit auseinander. Dazu gehört, dass ich mir auch außerhalb meines Unternehmens ein starkes Unterstützungssystem aufgebaut habe. Dazu gehören neben Freunden und Familie auch Menschen aus meiner Branche und der Startup-Community. Als Gründerin eines jungen Unternehmens schätze ich diese Menschen für ihr Fachwissen und ihre Einsichten, aber auch für ihr Mitgefühl und ihre Fähigkeit, mich aus meinem eigenen, zweifelnden Kopf herauszuholen. Auch das Gespräch mit anderen Gründern hilft sehr, denn es zeigt, dass jeder auf die eine oder andere Weise kämpft.

Wie können Manager ihre Teams ermutigen, offen über ihre psychischen Herausforderungen (Isolation, Einsamkeit, Angst usw.) zu sprechen?   

Bei acework stehen wir für mehr Flexibilität und Freude bei der Arbeit. Wir sind immer gespannt, wie der Rest der Remote Work Community das schafft. Schreib uns deine Ideen und Best Practices, entweder in den Kommentaren oder direkt im Facebook Messenger.

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